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Alonissos – Ein Blick in die Vergangenheit

Die historischen Fotografien eröffnen einen eindrucksvollen Zugang zu einer Welt, die längst vergangen scheint: zur alten Chora Alonissos und zum einst beschaulichen Hafen Patitiri. Sie fangen die leise Poesie des Alltags ein – Momente, die im Rückblick wie kostbare Fragmente einer Zeit wirken, deren Rhythmus langsamer war und deren Bilder heute wie ein geöffnetes Fenster in die Geschichte erscheinen.
Robert A. McCabe, der seit Mitte der 1950er-Jahre insbesondere in Griechenland arbeitete ist bekannt für seine eindrucksvollen Schwarz-weiß-Fotos von griechischen Inseln, Landschaften und dem Leben dort vor dem Massentourismus. Sein Blick wurde zum Chronisten eines Wandels, den er selbst erst viel später begriff.

“I didn’t know or understand that I was photographing ways of life that would disappear ... donkeys replaced by tractors and cars; running water comes to houses eliminating the ubiquitous ladies carrying jugs of water or going to the river to do laundry…”
Robert McCabe

 


Das alte Dorf Chora

Die Bilder aus Chora erzählen vom alltäglichen Leben in einem Dorf, das inmitten der Ägäis jahrzehntelang seinen eigenen Takt bewahrte. Frauen sitzen vor den weiß getünchten Häusern und widmen sich ihren Handarbeiten, Kinder spielen in den verwinkelten Gassen, während ältere Bewohner in der warmen Nachmittagssonne verweilen. Die Szenerie verströmt eine stille Gelassenheit, die den Betrachtenden unmittelbar in eine vergangene Lebenswelt versetzt.
In Chora scheint sich ein Dasein zu spiegeln, das in enger Beziehung zur Natur stand und dessen harmonischer Gleichklang heute beinahe mythisch wirkt. 


 

Patitiri


Patitiri, heute das Tor von Alonissos, fand seine Bestimmung erst nach dem Erdbeben von 1965. Die regelmäßig einlaufenden Fähren wurden zur Lebensader der Insel, verbanden Alonissos mit den Nachbarinseln und dem Festland – und brachten zugleich jene geschäftige Unruhe mit sich, die Häfen seit jeher prägt.
Zwischen den Ankünften der Schiffe prägten die Kaiki der Fischer das Bild des Hafens. In den frühen Morgenstunden fuhren sie hinaus aufs Meer, um am Nachmittag mit ihrem Fang zurückzukehren und die Netze zum Trocknen auszubreiten. Währenddessen warteten am Kai Menschen voller Erwartung auf Angehörige vom Festland, tauschten Neuigkeiten aus, erzählten Geschichten. Das Leben der Insel richtete sich am Rhythmus der Schiffe aus.